Netto-Rechner für Freelancer

Vom Tagessatz zum Netto — mit Einkommensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung und, wenn es dich betrifft, der Gewerbesteuer.

€/Tag
Tage
Ohne Urlaub, Feiertage, Krankheit und Zeit ohne Projekt.
€/Jahr
Büro, Hardware, Software, Steuerberatung, Versicherungen, Fortbildung.
Nur ein Gewerbe zahlt Gewerbesteuer.
%
Voreingestellt ist der Satz, der ohne Beschluss der Gemeinde gilt (280 %, § 16 GewStG). Deine Gemeinde liegt fast sicher darüber — trag ihren Satz ein.
€/Monat
Zwischen 112,16 € und 1.571,70 €. Die meisten Freiberufler sind nicht rentenversicherungspflichtig — 0 ist ein zulässiger Wert.
Wirkt hier nur auf die Freigrenze des Solidaritätszuschlags.

Dein Netto im Jahr

87.511 €

7.293 € im Monat · 58,3 % vom Umsatz bleiben dir

Vom Umsatz zum Netto, Zeile für Zeile
Umsatz (751 € × 200 Tage) 150.200 €
Gewinn 150.200 €
− Krankenversicherung (16,9 %) − 11.787,75 €
− Pflegeversicherung (4,2 %) − 2.929,50 €
− Gewerbesteuer (Hebesatz 429 %) − 18.873,86 €
zu versteuerndes Einkommen 135.483 €
− Einkommensteuer (§ 32a EStG) − 45.766 €
+ Anrechnung der Gewerbesteuer (§ 35 EStG) + 17.598,00 €
− Solidaritätszuschlag − 930,34 €
Netto 87.511 €

Dein Gewinn liegt über der Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 €: Kranken- und Pflegebeiträge werden nur bis zu dieser Grenze berechnet. Jeder Euro darüber ist beitragsfrei — der Grund, warum die Abgabenquote mit steigendem Tagessatz sinkt.

Freiberuflich oder Gewerbe — was bleibt übrig?

Die Unterscheidung ist die wichtigste Weiche im deutschen Steuerrecht für Selbstständige, und sie hat weder in Frankreich noch in Spanien ein Gegenstück. Freie Berufe nach § 18 EStG — Ingenieure, Informatiker, Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten, Übersetzer — zahlen keine Gewerbesteuer. Alles andere ist Gewerbe.

Bei 751 € × 200 Tagen Freiberuflich Gewerbe (429 %)
Gewerbesteuer 0,00 € 18.873,86 €
davon auf die Einkommensteuer angerechnet 17.598,00 €
Einkommensteuer nach Anrechnung 45.766 € 28.168 €
Solidaritätszuschlag 2.517,13 € 930,34 €
Netto im Jahr 87.200 € 87.511 €

Warum der Unterschied oft kleiner ist als erwartet

Weil § 35 EStG die Einkommensteuer um das Vierfache des Steuermessbetrags senkt, begrenzt auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer. Rechnet man das aus, ist die Gewerbesteuer bis zu einem Hebesatz von 400 % vollständig ausgeglichen: Vierfaches des Messbetrags ≥ Messbetrag × Hebesatz/100 gilt genau dann, wenn der Hebesatz 400 % nicht übersteigt.

Oberhalb dieser Schwelle bleibt der Teil, den die Anrechnung nicht mehr deckt, als echte Belastung. Deshalb ist der Hebesatz deiner Gemeinde keine Nebensache: zwischen dem gesetzlichen Mindestwert und den Sätzen großer Städte liegen mehrere Hundert Prozentpunkte — und damit, bei gleichem Tagessatz, ein spürbarer Unterschied im Netto.

Der Rechner zeigt oben beide Fälle mit demselben Hebesatz. Trag den Satz deiner Gemeinde ein, und die Rechnung wird deine.

Was hier gerechnet wird — und was nicht

Jede Zahl in diesem Rechner steht mit ihrer Rechtsquelle in unserer Datenbank. Was gerechnet wird:

Und was nicht gerechnet wird — offen gesagt, damit du weißt, wo die Zahl endet:

Kein Steuerrat. Dieser Rechner ist eine Orientierung auf Grundlage veröffentlichter Rechtsquellen, keine steuerliche Beratung. Ob deine Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich ist, entscheidet das Finanzamt im Einzelfall — und diese Einordnung ist genau die Frage, bei der sich ein Gespräch mit einem Steuerberater am schnellsten bezahlt.

Häufige Fragen

Wie viel Netto bleibt von einem Tagessatz von 751 €?

Bei 200 abrechenbaren Tagen und den oben eingestellten Annahmen bleiben 87.511 € im Jahr, also 7.293 € im Monat — 58,3 % des Umsatzes. Die Quote steigt mit dem Tagessatz, weil Kranken- und Pflegebeiträge oberhalb von 69.750 € nicht weiter wachsen.

Zahlen Freiberufler Gewerbesteuer?

Nein. Die Gewerbesteuer trifft nur Gewerbebetriebe. Freie Berufe nach § 18 EStG sind davon ausgenommen — das ist der handfeste finanzielle Kern der Unterscheidung.

Ab welchem Hebesatz kostet die Gewerbesteuer wirklich Geld?

Ab 400 %. Bis dahin gleicht die Anrechnung nach § 35 EStG sie vollständig aus, weil die Einkommensteuer um das Vierfache des Steuermessbetrags sinkt. Darüber bleibt die Differenz als echte Belastung.

Muss ich als Freelancer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Die meisten freiberuflichen IT- und Beratungstätigkeiten sind nicht rentenversicherungspflichtig; einzelne Gruppen sind es sehr wohl. Freiwillige Beiträge sind zwischen 112,16 € und 1.571,70 € im Monat frei wählbar und mindern das zu versteuernde Einkommen.

Wann greift die Kleinunternehmerregelung?

Wenn der Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt (§ 19 UStG). Auf dein Netto wirkt sie nicht — sie erspart dir die Umsatzsteuer in Rechnung und Voranmeldung.

Welcher Tagessatz ist in deinem Bereich üblich? → Zum Barometer