Firmenwagen
Ein Prozent pro Monat klingt wenig. Auf den Listenpreis gerechnet ist es das nicht.
Ein Fahrzeug im Betriebsvermögen bringt den Vorsteuerabzug und die Abschreibung. Der Preis dafür ist, dass die private Nutzung als Entnahme zu versteuern ist — und dafür gibt es zwei Wege (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG).
Weg 1: die Pauschale
1 % des inländischen Listenpreises pro Monat, zum Zeitpunkt der Erstzulassung, einschließlich Sonderausstattung und Umsatzsteuer.
| Listenpreis (Beispiel) | 45.000 € |
|---|---|
| private Nutzung je Monat | 450 € |
| im Jahr | 5.400 € |
Zwei Fallen stecken in der Bemessungsgrundlage. Es ist der Listenpreis, nicht der Kaufpreis: ein Rabatt, ein Jahreswagen oder ein Gebrauchtfahrzeug ändern nichts. Und die Umsatzsteuer ist eingerechnet, obwohl du sie als Vorsteuer zurückgeholt hast.
Bei Elektrofahrzeugen sieht das Gesetz je nach Anschaffungszeitraum Ermäßigungen der Bemessungsgrundlage vor — bis zu einer Viertelung, unter Bedingungen an den Höchstpreis. Das ist der Punkt, an dem sich ein Blick in die für dein Anschaffungsjahr geltende Fassung tatsächlich lohnt.
Weg 2: das Fahrtenbuch
Statt der Pauschale kann der private Anteil tatsächlich ermittelt werden — über ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch. Es verlangt jede Fahrt mit Datum, Ziel, Zweck und Kilometerstand, lückenlos und zeitnah.
Die Rechnung ist einfach: je niedriger dein privater Anteil und je höher der Listenpreis, desto mehr spart das Fahrtenbuch. Bei einem Fahrzeug für 45.000 € und 10 % Privatnutzung liegt der zu versteuernde Betrag deutlich unter den 5.400 € der Pauschale — der Preis ist die Disziplin.
Die Alternative, die man zu selten prüft. Das Fahrzeug nicht ins Betriebsvermögen zu nehmen und Fahrten zum Kunden über die Entfernungspauschale abzurechnen — 0,38 € je Kilometer, gedeckelt bei 4.500 € ohne eigenen Wagen. Für wen das Auto überwiegend privat läuft, ist das der einfachere und oft günstigere Weg.
Was das netto bedeutet
Der zu versteuernde Nutzungswert erhöht deinen Gewinn — also die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer und, unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze, der Kranken- und Pflegebeiträge. Setze ihn im Netto-Rechner als negative Betriebsausgabe gegen, um die Wirkung zu sehen: bei einem Grenzsteuersatz von 42 % kostet die Pauschale rund 2.268 € Steuer im Jahr.
Die drei Wege im direkten Vergleich
An einem Fahrzeug mit 45.000 € Listenpreis, bei 15 % privater Nutzung:
| 1-Prozent-Regel | Fahrtenbuch | Privatwagen + Pauschale | |
|---|---|---|---|
| zu versteuernder Nutzungswert | 5.400 €/Jahr | 15 % der tatsächlichen Kosten | entfällt |
| Abschreibung und Kosten abziehbar | ja | ja | nein |
| Vorsteuerabzug beim Kauf | ja | ja | nein |
| Aufwand | keiner | hoch, lückenlos | Kilometer notieren |
| Passt zu | hoher betrieblicher Anteil, niedriger Listenpreis | niedriger privater Anteil, hoher Listenpreis | überwiegend privat genutztes Auto |
Die Pauschale ist nicht die einfache Wahl, sondern die pauschale. Bei 15 % privater Nutzung versteuert sie einen Wert, der ein Mehrfaches des tatsächlichen privaten Anteils sein kann — und sie tut das jeden Monat, unabhängig davon, ob das Fahrzeug stand.
Warum der Listenpreis so schwer wiegt
Er ist der Preis zum Zeitpunkt der Erstzulassung, mit Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Drei Folgen, die alle in dieselbe Richtung gehen:
- Ein Gebrauchtwagen wird wie ein Neuwagen versteuert. Ein sechs Jahre altes Fahrzeug, das 15.000 € gekostet hat, aber mit 45.000 € in der Liste stand, führt zum Nutzungswert des Listenpreises — 5.400 € im Jahr, bei einem Kaufpreis von 15.000 €.
- Ein Rabatt zählt nicht. Was du verhandelt hast, senkt die Bemessungsgrundlage nicht.
- Die Umsatzsteuer ist eingerechnet, obwohl du sie als Vorsteuer zurückgeholt hast.
Genau bei einem günstig gekauften Gebrauchtwagen mit hohem Listenpreis ist die Pauschale deshalb am ungünstigsten — und das ist die häufigste Konstellation bei Freelancern, die ein solides Auto zum vernünftigen Preis suchen.
Was das Fahrtenbuch tatsächlich verlangt
Es wird nur anerkannt, wenn es zeitnah und lückenlos geführt ist. Je Fahrt: Datum, Kilometerstand bei Beginn und Ende, Ziel, Zweck, und bei Kundenbesuchen der Name. Private Fahrten genügen mit Datum und Kilometerzahl.
Eine Lücke kippt das gesamte Jahr — dann greift die Pauschale rückwirkend, mit der Nachzahlung, die daraus folgt. Deshalb ist die ehrliche Frage nicht «spare ich damit?», sondern «führe ich es zwölf Monate durch?». Ein elektronisches Fahrtenbuch senkt diese Hürde erheblich, muss aber manipulationssicher sein.
In einer Betriebsprüfung ist das Fahrzeug ein Standardpunkt — und weil er sich über alle geprüften Jahre wiederholt, multipliziert sich eine Beanstandung mit deren Zahl.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die 1-Prozent-Regel?
1 % des inländischen Listenpreises je Monat, inklusive Sonderausstattung und Umsatzsteuer.
Zählt der Kaufpreis oder der Listenpreis?
Der Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung. Rabatte und der Gebrauchtwagenpreis spielen keine Rolle.
Wann lohnt ein Fahrtenbuch?
Wenn der private Anteil klein und der Listenpreis hoch ist. Es muss lückenlos und zeitnah geführt werden, sonst wird es nicht anerkannt.
Gibt es Erleichterungen für Elektrofahrzeuge?
Ja, das Gesetz sieht je nach Anschaffungszeitraum Ermäßigungen der Bemessungsgrundlage vor, teils unter Bedingungen an den Höchstpreis.
Stand: 17.08.2026. Quellen: § 6 EStG, § 9 EStG. Keine steuerliche Beratung — die Regelung für Elektrofahrzeuge hängt vom Anschaffungsjahr ab.